Absturzgefahr (Landau)

Landau, FortAn der Universität der rheinland-pfälzischen Stadt Landau, genauer gesagt, derjenigen von „Koblenz-Landau“ (deren Standorte auch nur 134 km Luftlinie von einander entfernt liegen), besteht Absturzgefahr nicht oder nicht allein durch Alkohol. Vielmehr warnen hinter dem Campus Schilder strengstens vor jedem Abweichen vom Gehweg.

Landau, UniDenn hinter den – hoffentlich zumindest funktionalen – Uni-Zweckgebäuden erheben sich recht gewaltige, durchaus steil abfallende Gemäuer zwischen ehemaligen Gräben. Einst bildeten sie ein Fort einer noch viel gewaltigeren, im 17. Jahrhundert angelegten französischen Festungsanlage.

Landau, Uni, Warnung Heute bilden die Mauern zum Teil eine schön düstere, waldige Parklandschaft. An einigen Stellen könnte man tatsächlich aufpassen müssen, wohin man tritt. Zum Teil sind sie auch in einen Zoo umgewandelt worden.

Landau, RavelinLandau, das sich wg. Savoir-vivre ganz gern als Teil des Elsass sieht (und tatsächlich sowohl einmal zum elsässischen Städtebund gehörte, als das Elsass noch zum damaligen Deutschen Reich gehörte, als auch rund 100 Jahre zu Frankreich) wurde unter dem sog. Sonnenkönig Ludwig XIV., der oft und gern südwestdeutsche Städte erobern und/ oder zerstören ließ, rundherum von einer Festungsanlage umgeben. Eine der „mächtigsten Festungen der Christenheit“ sollte der Baumeister Sébastien Le Prestre de Vauban ab 1688 aus der Stadt machen. Seine Bauten verhinderten zwar nicht, dass bald darauf wieder deutsche und erneut französische Belagerer die Stadt eroberten, womöglich sogar wegen des vorgelagerten Forts hinter der heutigen Uni, von der aus sich die eigentliche Festung wohl gut beschießen ließ. Was heute an oft pflanzenumrankten Mauerreste erhalten ist, macht jedenfalls Eindruck.

Landau, StadtmodellWie die gesamte Festungsanlage aussah, als sie komplett war und von Wasser des heute unscheinbaren Flusses namens Queich umgeben wurde, sieht und erfährt man im … nun, Stadtmuseum wäre vielleicht zuviel gesagt. Aber wenn man im Stadtarchiv neben dem Hauptbahnhof klingelt, kann es sein, dass dort ein netter Angestellter öffnet und einem ein Modell der Festung zeigt, das die Franzosen ebenfalls im späten 17. Jahrhundert zu militärischen Lehrzwecken anfertigten. Alle anderen derartigen Festungsmodelle, an die 500, stünden im Invalidenmuseum in Paris, nur dasjenige von Landau nicht, sagt der Archivangestellte. Im Vergleich damit, wie andere Städte heute ihre Geschichte zu Tourismuszwecken aufpeppen, macht Landau aus seiner recht unbekannten deutsch-französischen Vergangenheit erstaunlich wenig.

Ansonsten sind mir in der Stadt noch bemerkenswert viele trauriggeschminkte Clowns augefallen, die sich durch Reglos-auf-Podesten-Posieren ein paar Cents dazu verdienen wollen. Aber das kann natürlich reiner Zufall gewesen sein.

Landau, Clown,

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