Der Dom im Maisfeld (Xanten)

Xanten, Dom in der FerneAm Bahnhof von Xanten kann man sich nicht verlaufen. Es gibt bloß ein Gleis, von dem einmal pro Stunde ein Zug abfährt, und zwar immer in Richtung Duisburg. Um die Übersichtlichkeit zu vervollkommnen, fahren die Züge im Moment (tagsüber) immer zur vollen Stunde.

Xanten, NordseeAm Rhein, wie man aus Nibelungen-Storys im Hinterkopf haben könnte, liegt die Stadt auch schon lange nicht mehr unmittelbar, was zum Teil daran liegt, dass sich sozusagen der (früher ohnehin heftig mäandrierende) Fluss von Xanten entfernt hat. „Nach 1535 Verarmung der Stadt durch die Verlagerung des Rheines“, heißt es schnörkellos im offiziellen „Schnelldurchgang durch die Geschichte“ der Stadt.

Zum Teil haben sich wohl auch sie selbst bzw. frühere Bewohner Xantens vom Fluss entfernt. Im frühen Mittelalter wurden die Römer-Siedlungen, welche zeitweise enorme 10.000 Einwohner hatten, aufgegeben. Heute befinden sich recht nahe an Xanten zwei Kiesseen, die die Xantener nicht den Nord- und Südsee, sondern die Nord- und Südsee nennen.

Xanten, DomGroß ist die Stadt nicht, sondern beinahe hinter dem Dom schon zu Ende. Deshalb und des flachen Landes sowie natürlich seiner eigenen Größe wegen ist dieser Dom von weitem gut zu sehen. Und lässt sich aus vielen Richtungen, z.B. hinter Maisfeldern, vor bewegtem Himmel fotografieren. Außer dem Dom sind groß: die Anzahl der Museen an sich und ganz besonders der archäologische Museumspark, in dem viele Römerbauten originalgetreu nachgebaut sind, z.B. das Amphitheater. Eben weil die Römerzeit-Siedlung später verlassen wurde und das Gelände anschließend jahrhunderte – bzw. sogar -tausendelang nicht neu bebaut wurde, ließ dieser Park nahe der Südsee sich gut einrichten. Er ist vor allem kind- und familiengerecht gestaltet.

Xanten, RömermuseumDas Museum darin hat auch eine gewaltige Menge spektakulärer Xantener Fundstücke aus der Römerzeit zu bieten: enorme Anker alter Rheinboote etwa, Pfeilspitzen, die es beim Bataveraufstand 69 nach Christus hagelte, spektakuläre Torsionswaffen, zumindest als Nachbildung den „Lüttinger Knaben“ (eine 1858 bei Xanten entdeckte lebensgroße Bronzefigur, deren Original in Berlin steht), Ruinen von Thermen und Latrinen sowie Grabsteine, aus deren Weiterverwendung sich ablesen lässt, dass die Xantener irgendwann dann das Lateinische nicht mehr verstehen konnten.

Xanten, Klever TorDer Name (xanten.de: „einzige deutsche Stadt, die mit einem X beginnt!“) kommt dennoch aus dem Lateinischen, also aus einer Zeit, als sie in die Einwohner die Sprache wieder beherrschten und „ad sanctos“ (bei den Heiligen) verballhornten. Ferner ist dem schon erwähnten historischen Stadtführer zu entnehmen, dass Xanten einmal eine geteilte Stadt war (1392-1444 zwischen dem Herzogtum Kleve und dem Erzbistum Köln; das Mitteltor bildete die Grenze. Das Foto hier zeigt allerdings das eindrucksvollere Klever Tor). Dass Xanten dann auch preußisch war, wird dagegen überhaupt nicht erwähnt. Vielleicht ist einfach gut drei Jahrhunderte lang nichts Relevantes mehr passiert. Vielleicht mag die ziemlich katholische Stadt die protestantischen Preußen auch bloß weiterhin nicht.

Xanten, Mühle

Jedenfalls, auf dem Weg zurück in die Stadt (die man schon deswegen bestens findet, weil die Türme des Doms auch hinter dem Amphitheater wieder hervorgucken) warten noch völlig andere visuelle Attraktionen: Windmühlen, zumindest zwei, eine davon mit sich im Wind drehenden Flügeln. Die andere hatte zumindest kürzlich noch keine Flügel, weil ein heftiger Sturm im Jahr 2002 sie (die Flügel also) hinweggeweht hatte.

Xanten, Amphitheater

Dieser Beitrag wurde unter Orte abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.