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St. Georgen, Rathaus

Noch nicht abgeschlossene Medienabspielgeräte-Geschichte (St. Georgen)

Ein richtig idyllischer Schwarzwald-Ort war das durch Krieg und Brände oft zerstörte St. Georgen wahrscheinlich niemals gewesen. Schließlich wurden in Baden-Württemberg jahrhundertelang viele Kriege geführt. Ohne tief in die Geschichte einzusteigen: St. Georgen war einst ein Reichskloster gewesen, von dem noch wenige Restgemäuer zu sehen sind; nachdem die protestantischen Württemberger es säkularisiert, heißt: erobert hatten, gab es öfters kriegerischen Streit mit der größeren, katholisch gebliebenen und kaiserlich-österreichischen Nachbarstadt Villingen. Als dann in der Napoleonszeit die kunterbunten Landkarten bereinigt und fast alle Kleinststaaten der Gegend Württemberg bzw. Baden zugeschlagen wurden, ereilte St. Georgen das kuriose Schicksal, von einer württembergischen zu einer badischen Provinzstadt zu

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Triesdorf, Weißes Schloss

Ein Uni-Dorf aus lauter Lustschlösschen (Triesdorf)

„Schloss“ ist kein geschützter Begriff. Im Prinzip kann jeder sein Heim zu einem erklären. Etliche Schlösser in fränkischen oder schwäbischen Dörfern, in denen einst so gut wie souveräne Reichsritter hausten, würden in ehemaligen Residenzstädtchen kaum zu den fünfzig repräsentativsten Bauten zählen. Schon daher, aber auch bei strengerer Auslegung des Begriffs: Es gibt jede Menge Schlösser in Deutschland. Seit dem Ende des Feudalismus, seit dem zum Besitz eines Schlosses nicht mehr der Besitz an leibeigenen Untertanen beziehungsweise an deren Arbeitskraft gehört (was Hofhaltung und Schlossbau einst mitfinanzierte und in kleinen Herrschaften eben nur Schlössles erlaubte), stellt sich die Frage: Was tun mit so vielen Schlössern?

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Wo Deutschland (auch) herkommt: Bad Gandersheim

Das ist ja wie gemacht für Festspiele, könnte man im Herbst, Winter oder Frühling 1) beim Blick auf den großen Platz vorm imposanten zweitürmigen Westriegel der Bad Gandersheimer Stiftskirche denken. Im Sommer, nun noch bis noch bis 21. August, laufen die Gandersheimer Domfestspiele. Um einen Dom im engen, kirchlichen Sinne handelt es sich beim bescheiden monumentalen Kirchenbau nicht, eher um ein Münster. Aber ein geschützter Begriff ist „Dom“ ja auch nicht, dafür schön kompakt. Die Gandersheimer Stiftskirche hat sich ihre kompakte Größe und den Grundriss seit aus dem 12. Jahrhundert bewahrt. Was nicht heißt, dass sie dann erst gebaut wurde. Vielmehr ist sie

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Wo Deutschland mal österreichisch war: Herzogenrath

Zu den hundert spektakulärsten deutschen Mittelstädten dürfte Herzogenrath eher nicht zählen. Der zentrale Ferdinand-Schmetz-Platz am Eingang der kleinen Fußgängerzone zum Beispiel … … falls man etwas Positives über ihn sagen wollen würde: Wahrscheinlich lässt er sich leicht sauber machen. Überquert man das rauschende Flüsschen Wurm in Richtung Westen, wird es etwas interessanter. Zumindest thronen dort über der (von Halden als Folge der abgeschlossenen Steinkohle-/ Bergbau-Vergangenheit abgesehen) flachen Landschaft zwei markante Bauwerke. Die doppeltürmige Kirche ist mal ein gelungener historistischer Bau. Man würde sie für deutlich älter als bloß gut hundert Jahre halten. Umso neuer wirkt das kleine Burgschloss Rode wenige hundert Meter weiter.

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Hauptstädtchen, dessen Fürst einst guillotiniert wurde (Kirn)

In Deutschland sind Revolutionen, zumindest vor 1989, nie so richtig gelungen. Selbst als im November 1918 der Kaiser und eine ganze Handvoll Könige, Großherzöge und weitere Monarchen all ihre Macht verloren, wurden sie allenfalls halb gestürzt. Halb verzichteten sie wegen der Weltkriegs-Niederlage und aus weiteren Gründen von selber drauf. Mit der Folge, dass der demokratischen Weimarer Republik zeit ihres kurzen Bestands fehlte, was man gegenwärtig ein ordentliches Gründungs-Narrativ nennen würde. Im Nachklang der Französischen Revolution, während der Napoleonszeit sind zwar viele der bis dahin irre zahlreichen deutschen Kleinstaaten von den kunterbunten Landkarten hinweggefegt worden – aber selten bis gar nicht aus irgendeinem revolutionären

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Zerbst, pittoresk halbruinierte Kirche St. Nicolai zwischen Plattenbauten

Krasse Kontraste, Katharina die Große & ihr kleiner Bruder (Zerbst)

Dem Bundesland Sachsen-Anhalt wird häufig der schwierige Begriff „abgehängt“ angehängt, etwa weil Magdeburg die einzige deutsche Landeshauptstadt ohne ICE-Anschluss ist. Falls an dem bösen Attribut etwas dran ist, dürfte es besonders den zweiten Namensbestandteil treffen. Schließlich liegen die relativen Metropolen Magdeburg und Halle, mit gutem ICE-Anschluss übrigens, im „sächsischen“ Landesteil (der einer ehemaligen Provinz des sehr ehemaligen Landes Preußen wegen so heißt). Angehängt wurde Anhalt, das über tausend Jahre lang einen inzwischen überregional vergessenen Kleinstaat bildete, bzw. die längste Zeit davon drei bis fünf oder noch mehr (naturgemäß noch kleinere) Kleinstaaten. Anhalts letzte Hauptstadt Dessau beherbergt inzwischen eines der drei zum 100-Jahre-Jubiläum 2020

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