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Mosaiksteinchen (7): Osnabrück, Frieden, Löwenpudel

Sehr viel offiziell formulierte Staatsräson hat die Bundesrepublik Deutschland nicht, und das ist vielleicht auch gut so. Was aber sicher zu einer solchen gehört und insbesondere betont wurde, als Bundeskanzlerin Merkel sich auch um internationale Ausstrahlung ihrer vermeintlich erfolgreiche Politik bemühte: der Westfälische Frieden. Ganz besonders Merkels Außenminister Steinmeier …

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Wo Deutschland (auch) herkommt: Bad Gandersheim

Das ist ja wie gemacht für Festspiele, könnte man im Herbst, Winter oder Frühling 1) beim Blick auf den großen Platz vorm imposanten zweitürmigen Westriegel der Bad Gandersheimer Stiftskirche denken. Im Sommer, nun noch bis noch bis 21. August, laufen die Gandersheimer Domfestspiele. Um einen Dom im engen, kirchlichen Sinne handelt es sich beim bescheiden monumentalen Kirchenbau nicht, eher um ein Münster. Aber ein geschützter Begriff ist „Dom“ ja auch nicht, dafür schön kompakt. Die Gandersheimer Stiftskirche hat sich ihre kompakte Größe und den Grundriss seit aus dem 12. Jahrhundert bewahrt. Was nicht heißt, dass sie dann erst gebaut wurde. Vielmehr ist sie

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Interessante Ruinen (3): Salzgitter-Lichtenberg

Salzgitter ist eine merkwürdige Stadt, schon weil es sich um eine der jüngsten deutschen Großstadt-Gründungen handelt. Die fand in den frühen 1940er Jahren statt, um die Verwaltung der 1937 gegründeten „Reichswerke Hermann Göring“ zu erleichtern, deren Betriebsstätten nicht nur zwischen vielen Dörfern und Kleinstädten der Region, sondern auch noch zwischen den Ländern Preußen und (Freistaat) Braunschweig verteilt waren. Vergleichsweise viel Industrie gibt es in Salzgitter noch immer. Eine Aktiengesellschaft trägt ja sogar denselben Namen. Wobei die Salzgitter AG mit den ehemaligen Reichswerken zwar etwas zu tun hat, nicht aber mit deren Hauptzweck, wirtschaftlich unprofitables, aber kriegswichtiges Erz zu fördern. Insgesamt mehr hat zu

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Unter der Linde (Coppenbrügge)

Gipfeltreffen sind seit den Hamburger G-20-Ereignissen im Juli in vieler Munde, aber kaum in positivem Zusammenhang. Eines der wenigen validen Argumente für sie lautet, dass Staatschefs weniger wahrscheinlich Kriege erklären und gegeneinander führen, wenn sie sich persönlich getroffen haben. Vielleicht zum Beispiel hätte Europa so ein Gipfeltreffen im Jahr 1914 gut getan. Ein Beispiel aus dem 17. Jahrhundert

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Lehrter Bahnhof (Lehrte)

Lehrte stand mal mitten im Brennpunkt des Weltgeschehens – zumindest als Name in Schriftform. Schließlich hieß die letzte Station im Westen auf der zentralen S-Bahn-Linie des Kalter-Kriegs-Hauptschauplatzes Berlins „Lehrter Bahnhof“. Und nach der Vereinigung wurde weder der Anhalter Bahnhof, noch der Hamburger (der aber auch schon seit 1884 kein Bahnhof mehr war) zum Standort des neuen Hauptstadt-Hauptbahnhofs erkoren, sondern der Lehrter. In den frühen Nuller Jahren sollen die Berliner sogar mehrheitlich dafür gewesen sein sollen, den traditionellen Namen beizubehalten (Wikipedia). Wie damals aus Gründen der Tradition versprochen, ist zumindest auf dem S-Bahn-Steig des Hauptbahnhofs tatsächlich noch der Beiname „Lehrter Bahnhof“ als kleiner Zusatz

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Traditionsreiches Tollhaus (Celle)

Wer in Celle vom Bahnhof her kommt, in dem es trotz einiger haltender ICEs übrigens keine Gepäckschließfächer gibt, stößt nicht unmittelbar auf die Schokoladenseite der niedersächsischen Stadt, auf dem Weg dorthin aber auf ein Wappen-geschmücktes Zeugnis ihrer wie überall gern beworbenen Vergangenheit als Residenzstadt. Beziehungsweise als Ex-Residenzstadt, denn das „Zucht-, Werk- und Tollhaus“ im „französischen Schlossbaustil“ erbaute der herzogliche Oberbaumeister Johann Caspar Borchmann im frühen 18. Jahrhundert ausdrücklich als Ersatz dafür, dass die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg ihren Hauptsitz gerade ins nahe Hannover verlegt hatten. Die Anekdote „Man erzählt … , dass Celle die Wahl zwischen einer Universität und einem Zuchthaus gehabt habe und

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Einst Residenz, jetzt Dorf-Durchfahrtsstraße (Calenberg)

Wer sich etwas mit dem Kurfürstentum und Königreich Hannover beschäftigt, zu dessen globalem Fame gehört, dass seine Herrscher 123 Jahre lang, bis zum Viktorianischen Zeitalter, auch englische Könige waren und Großbritannien solange zumindest nicht daran gehindert hatten, zur ersten Weltmacht aufzusteigen, der stößt auf Calenberg. Das Fürstentum Calenberg wird oft als „Kernland“ des Territoriums bezeichnet, das anschließend zum Kurfürstentum und Königreich Hannover wurde. Und es war ebenfalls nach seinem Haupt- und Residenzort benannt worden. Wer dieses Calenberg dann also anschauen möchte und mit der Bahn anreist, muss auf der S-Bahn-Strecke zwischen Hannover und Hildesheim in Barnten aussteigen. Es könnte sein, dass dort am

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Ältere Herren auf Kanonenkugeln (Bodenwerder)

Kanonenkugeln werden in Bodenwerder so einige beritten. Schließlich möchte das niedersächsische Weserstädtchen Touristen mit Hilfe des als Lügenbaron global bekannten Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen anziehen – und tut es auch. Das Münchhausen-Museum hat, obwohl nur von März bis Oktober geöffnet, nach eigenen Angaben gut 20.000 Besucher im Jahr. Es liegt am Rande der ursprünglichen Innenstadt, die sich sehr genau verorten lässt, weil Bodenwerder noch bis vor wenigen Jahrzehnten eine Insel war. Zur Landstadt wurde es erst um 1950, wohl weniger als bewusste Entscheidung (obwohl Hochwasser zuvor für erhebliche Probleme sorgte, so wie andererseits die Insellage Schutz vor Angriffen bot), sondern im Zusammenhang

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Wuchtbrumme Brunonia (Braunschweig)

Neubau älterer Schlösser ist gerade Metropolenmode. In Berlin wie auch in Potsdam werden derzeit solche neu errichtet, die nach Weltkriegsbeschädigungen in der DDR gesprengt worden waren, ein paar Jahrzehnte gar nicht da waren und von weiten Teilen der Bevölkerung nicht vermisst wurden. Wo so ein im Zweiten Weltkrieg als Ruine im Prinzip erhalten gebliebenes, erst 1960 auf Stadtratsbeschluss abgerissenes Schloss längst schon wieder aus dem Boden gestampft wurde und benutzt wird:

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Relative Größe (Goslar)

Die Frage, ob man den Preußenkönig Friedrich II. „der Große“ nennen soll oder nicht (wie in der DDR) , konnte noch in den letzten Jahren der alten BRD gewisse Aufregung verursachen. Inzwischen ist das längst gleichgültig, im laufenden Friedrichs-Jubiläum kann es jeder nach seiner Façon formulieren. Zumindest war dieser Friedrich der letzte deutsche Monarch, für den der Beiname sich über längere Zeit durchgesetzt hatte. Einer, bei dem er sich nicht durchsetzte, ist der rund hundert Jahre später amtierende und sogar zum Kaiser beförderte Preußenkönig Wilhelm.  Andererseits, wenn dem nun doch irgendwo Größe zugeschrieben wird, ist es auch egal und muss nicht mehr weggemacht

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